etwas Gutes und

der Schwan

Die Geschichte von Merz b. Schwanen 

1911 - Merz b. Schwanen wird von Balthasar Merz gegründet

2011 - die Geschichte lebt weiter


Eine zweite Chance...

...mit dem "zufälligen" Fundstück

2010 - Weiches, schon leicht verwaschenes, naturfarbenes Baumwollgewebe, alte, teils abgestoßene, stoffüberzogene Wäscheknöpfe und ein mit verschiedenen Maschengrößen gestricktes Ärmelbündchen – so etwas hatte Peter Plotnicki zuvor noch nicht gesehen.

„Wir waren sofort fasziniert von den ungewöhnlichen Dreieckseinsätzen unter dem Arm und dem sorgsam gewebten Textiletikett mit einem Schriftzug aus feinstem Viskosegarn. Und, um das Ganze rundum zu vollenden, es gab keine Seitennähte.“

Ein unfassbares Glückgefühl erfasst ihn – er hält ein altes, originales Arbeiterhemd von 1911 in seinen Händen. Auch seine Frau und Geschäftspartnerin Gitta Plotnicki ist sofort fasziniert.

Beide Designer spüren sofort, dass es sich bei diesem Flohmarktfund um ein ganz besonderes Teil handelt, das dazu bestimmt ist, ihr Leben umzukrempeln.

Der Ursprung

Wie von einer tief empfundenen Gewissheit getrieben, recherchieren die beiden die Herkunft des außergewöhnlichen Kleidungsstückes und stoßen dabei auf eineinhalb Jahrhunderte Textil-Historie – und die Schwäbische Alb.

In einer der letzten dort verbliebenen Trikotagenfirmen, „Merz b. Schwanen“ hatte ein Berliner Flohmarkthändler das Langarm-Unterhemd im Henley- Stil erworben. 1911 von Balthazar Merz gegründet, beschäftigte die Manufaktur in ihren besten Zeiten bis zu 2.000 Mitarbeiter und zählte über mehrere Jahrzehnte zu den wichtigsten Textilproduzenten in dieser sonst kargen Gegend.

Es ist die Globalisierung, welche die Erfolgsgeschichte der familiengeführten Firma 2008 beendet hatte – die Nachfahren des Gründers schlossen die Fertigung auf Grund ihrer schwindenden Auftragslage.

Die Vision

Peter Plotnicki fährt auf die Schwäbische Alb und lernt dort den nach wie vor aktiven Textilhersteller Rudolf Loder kennen. Der überrascht ihn mit einem Raum voller Original-Rundwirkmaschinen aus der Zeit von 1920 bis 1960 – unbenutzt und von einer dicken Staubschicht überzogen, jedoch unversehrt.

Loder, ein Textilist mit Leib und Seele: „Peters und Gittas Idee, die Maschinen wiederzubeleben und auf ihnen erneut und dennoch im ganz traditionellen Stil Rundwirkware herzustellen, hat mich sofort begeistert.“ Gemeinsam machen sie sich ans Werk und setzen alles daran, die Vision wahr werden zu lassen.


Eine neue Chance

Viel Ruhe, Zuversicht und Geduld sind gefragt: 

Der Firmensitz wird nach Berlin gelegt, wo Peter und Gitta seit Langem wohnen. Während die beiden an der Entwicklung der ersten Kollektion und einer Vertriebsstrategie arbeiten und somit neue Grundlagen für Merz b. Schwanen legen, tüftelt Rudolf Loder in Albstadt beharrlich an seinen alten Maschinen. Etwa ein Jahr dauert es, bis die komplett mechanischen Maschinen instand gesetzt und wieder arbeitstüchtig sind. Auch die Herausforderung Menschen zu finden, die diese Kleinode der Mechanik noch zu bedienen wissen, meistern die drei unbeirrt.

Schnell spricht sich das ambitionierte und außergewöhnliche Projekt auf der Alb herum – besonders die Nachfahren von Balthasar Merz sind von dieser unternehmerischen Vision angetan.

Sie bieten Plotnickis ihren Markennamen „Merz b. Schwanen“ an: „Wir waren überwältigt, plötzlich hielten wir fast 100 Jahre Firmengeschichte in unseren Händen. Mehr Unterstützung als Antrieb kann man sich kaum wünschen.“

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Die Tradition lebt weiter

Im Januar 2011, pünktlich zum Firmenjubiläum, zeigt „Merz b. Schwanen“ seine erste neuaufgelegte Kollektion auf der internationalen Textilmesse Bread & Butter in Berlin. Der Erfolg und die Zustimmung für die Idee originale Arbeiterwäsche aus den 20er, 30er und 40er Jahren als Inspiration und Vorlage zu nutzen, um sie mit zeitgemäßem Design zu vereinen, sind überwältigend.

Gitta und Peter Plotnicki: „So schreiben wir seitdem die außergewöhnliche Geschichte von „Merz b. Schwanen“ fort: mit zeitgemäßen Styles und neuen Materialzusammensetzungen – stetig weiterentwickelt und behutsam mit den originalen Ursprüngen kombiniert.“

Inzwischen sind neben den Arbeiterhemden, T-Shirts und Sweatshirts auch Hosen, Unterwäsche, Socken und Accessoires in der Kollektion erhältlich. Alles wird in zuverlässigen familiengeführten Unternehmen mit viel Erfahrung und Leidenschaft aus guten und umwelt- sowie tierfreundlich gewonnen Materialien hergestellt.

Und der Schwan?

Der Schwan ist heute das Symbol für „Merz b. Schwanen", da er für Leichtigkeit, Klarheit und Freiheit steht. Zusätzlich gelten Schwäne als Sinnbild für ein Ende, dem ein guter Neuanfang folgt.